Pferde im Sommer – so schützt du dein Pferd vor Hitze
Pferde im Sommer
Sommer, Sonne und lange Tage – für viele Pferdebesitzer ist diese Jahreszeit eine besonders schöne Zeit mit dem Pferd. Ausritte, Training im Freien und Turniere gehören für viele einfach dazu.
Doch hohe Temperaturen, starke Sonneneinstrahlung und intensive Belastung können für Pferde eine Herausforderung sein. Pferde regulieren ihre Körpertemperatur hauptsächlich über Schwitzen. Bei grosser Hitze, hoher Luftfeuchtigkeit oder anstrengender Arbeit steigt die Belastung für den Organismus deutlich.
Mit einigen einfachen Massnahmen kannst du dein Pferd optimal durch die heissen Tage begleiten und sein Wohlbefinden unterstützen.
Ausreichend Wasser – die wichtigste Grundlage
An heissen Tagen ist eine ausreichende Wasserversorgung besonders wichtig.
Durch Schwitzen verliert ein Pferd nicht nur Flüssigkeit, sondern auch wichtige Mineralstoffe. Deshalb sollte dein Pferd jederzeit Zugang zu sauberem, frischem Wasser haben – im Stall, auf dem Paddock und natürlich auch auf der Weide.
Achte besonders auf:
- ausreichend grosse Wassermengen
- saubere Tränken
- regelmässige Kontrolle der Wasseraufnahme
Gerade bei hohen Temperaturen steigt der Flüssigkeitsbedarf deutlich.
Elektrolyte – Unterstützung bei Schweissverlust
Beim Schwitzen verliert das Pferd wichtige Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Magnesium und Kalzium.
Besonders bei:
- intensiver Arbeit
- Training
- Turnieren
- langen Transporten
- sehr heissen Tagen
kann eine gezielte Unterstützung mit Elektrolyten sinnvoll sein.
Elektrolyte helfen dabei, den Mineralstoffhaushalt nach Schweißverlust zu unterstützen und können einen wichtigen Beitrag zur Regeneration leisten.
Die Weide im Sommer – Schatten ist wichtig
Pferde geniessen die Zeit auf der Weide, doch gerade an heissen Tagen brauchen sie ausreichend Schutz vor Sonne und Wärme.
Ideal sind:
- natürliche Schattenplätze durch Bäume
- Unterstände
- Weidezeiten in den kühleren Morgen- oder Abendstunden
Eine Weide ohne Schatten sollte bei starker Hitze vermieden werden, da Pferde sonst keine Möglichkeit haben, sich vor direkter Sonneneinstrahlung zurückzuziehen.
Zusätzlichen Schutz vor Insekten bieten passende Fliegenmasken oder luftdurchlässige Sommer-Fliegendecken . Wichtig ist, dass die verwendeten Produkte atmungsaktiv sind und keine zusätzliche Wärme erzeugen.
Pferd richtig abduschen – so kühlst du dein Pferd an heissen Tagen richtig ab
Eine Dusche ist an heißen Tagen eine wohltuende Möglichkeit, dein Pferd nach dem Training, einem Ausritt oder einem Turniertag zu unterstützen. Besonders nach schweisstreibender Arbeit hilft eine kontrollierte Abkühlung dabei, das Pferd wieder angenehm herunterzukühlen.
Wichtig: Ein stark erhitztes und noch völlig ausser Atem stehendes Pferd sollte nicht einfach sofort komplett mit sehr kaltem Wasser abgespritzt werden. Gib deinem Pferd zuerst die Möglichkeit, sich etwas zu beruhigen und die Atmung zu normalisieren.
So duschst du dein Pferd richtig ab:
- Beginne immer an den Hinterbeinen und arbeite dich langsam nach vorne vor. So kann sich der Körper Schritt für Schritt an die Abkühlung gewöhnen.
- Vermeide einen plötzlichen Kälteschock. Verwende angenehmes, kühles Wasser und achte darauf, dass dein Pferd nicht unnötig erschrickt.
- Besonders gut eignen sich Beine, Brust, Hals und grosse Muskelbereiche zum Abkühlen. Diese Bereiche geben Wärme besonders gut ab.
- Schweiss und Wärme aus dem Fell entfernen. Bei starkem Schwitzen kann es sinnvoll sein, das Wasser mit einem Schweissmesser oder einer weichen Hand aus dem Fell zu entfernen, damit das Pferd nicht mit einer warmen Wasserschicht auf dem Fell stehen bleibt.
- Nach der Dusche beobachten. Lass dein Pferd anschließend an einem ruhigen Platz trocknen und achte darauf, dass es sich wohlfühlt.
Bei sehr warmem Wetter kann auch mehrmaliges, kurzes Nachkühlen sinnvoll sein – besonders nach intensiver Belastung.
Eine ruhige und kontrollierte Abkühlung ist die beste Unterstützung, damit dein Pferd nach Training oder Turnier entspannt regenerieren kann.
Training bei Hitze – Belastung richtig einschätzen
Bei hohen Temperaturen sollte das Training angepasst werden. Intensive Einheiten während der heissesten Tageszeit belasten den Kreislauf unnötig.
Besser:
- Training in den frühen Morgenstunden oder am Abend
- ausreichend Schrittpausen
- angepasste Trainingsintensität
Achte auf die Signale deines Pferdes. Starkes Schwitzen, schnelle Atmung, Müdigkeit oder fehlende Leistungsbereitschaft können Hinweise sein, dass die Belastung reduziert werden sollte.
Turniertage im Sommer – gute Vorbereitung ist entscheidend
Turniere bei warmen Temperaturen sind für Pferd und Reiter besonders anspruchsvoll.
Eine gute Vorbereitung beinhaltet:
- genügend Wasser einplanen
- Pausen ermöglichen
- Schattenplätze nutzen
- Pferd nach der Belastung kontrolliert abkühlen
Auch eine passende Unterstützung über Ergänzungsfuttermittel kann je nach Bedarf sinnvoll sein – beispielsweise für Elektrolythaushalt , Energieversorgung , Muskulatur oder Regeneration .
Schutz beim Ausreiten
Auch beim Ausreiten sollte dein Pferd vor Sonne und Insekten geschützt werden.
Je nach Bedarf können helfen:
Plane Ausritte möglichst ausserhalb der stärksten Mittagshitze und achte auf genügend Pausen.
Mein persönlicher Sommer-Alltag mit Contess
Auch im Alltag mit meinem eigenen Pferd Contess achte ich besonders an heissen Tagen auf einige wichtige Punkte.
Contess verbringt den frühen Morgen auf der Weide, wenn die Temperaturen noch angenehm sind. So kann sie die kühleren Stunden draussen geniessen, bevor die Hitze des Tages beginnt.
Auf der Weide trägt Contess immer eine passende Fliegenmaske , um ihre Augen vor lästigen Insekten und der Sonne zu schützen. Gerade in den Sommermonaten können Bremsen, Fliegen und andere Insekten für Pferde sehr belastend sein. Mit dem richtigen Schutz kann sie ihre Weidezeit entspannter genießen.
Beim Reiten passe ich mich der Jahreszeit und natürlich meinem Pferd an. Wenn möglich, findet das Training morgens vor der Weidezeit oder am Abend statt, wenn die Temperaturen wieder angenehmer sind. Sollte es einmal nicht anders möglich sein, passe ich den Ausritt oder die Trainingseinheit individuell an Contess und die aktuellen Temperaturen an.
Auch beim Ausritt achte ich auf den passenden Schutz. Contess trägt eine Fliegenmaske , und wenn die Insekten besonders stark präsent sind, kommt zusätzlich eine Fliegenausreitdecke zum Einsatz. So kann sie sich besser auf die Arbeit konzentrieren und wird weniger durch lästige Insekten abgelenkt.
Auch die Wasserversorgung hat für mich oberste Priorität. Contess hat eine Selbsttränke , die täglich kontrolliert wird, damit jederzeit sichergestellt ist, dass sie funktioniert und ausreichend frisches Wasser zur Verfügung steht.
An besonders heissen Tagen bekommt Contess eine erfrischende Dusche – etwas, das sie richtig geniesst. Die Abkühlung nach warmen Tagen oder nach der Arbeit ist für sie eine schöne Erfrischung und gehört mittlerweile zu unserem Sommerprogramm dazu.
Und natürlich darf auch ein kleiner Sommer-Snack nicht fehlen: Eine saftige Wassermelone sorgt für eine willkommene Abwechslung und wird von Contess sehr gerne angenommen.
Für mich zeigt sich immer wieder: Es sind oft die kleinen Dinge – angepasstes Training, ausreichend Wasser, Schutz vor Hitze und Insekten sowie ein gutes Beobachten des eigenen Pferdes – die einen grossen Unterschied machen.
Fazit – gut vorbereitet durch den Sommer
Heisse Tage müssen kein Problem sein, wenn wir unsere Pferde richtig unterstützen.
Ausreichend Wasser, Schatten, angepasste Bewegung, Schutz vor Insekten und eine gezielte Versorgung bei Schweissverlust helfen dabei, dass sich Pferde auch im Sommer wohlfühlen.
Jedes Pferd hat unterschiedliche Bedürfnisse – das eine benötigt mehr Unterstützung bei Hitze und Schweissverlust, das andere eher bei Regeneration, Muskeln oder Gelenken.
Mit der richtigen Vorbereitung und Aufmerksamkeit kommen Pferde gesund, entspannt und leistungsbereit durch die warme Jahreszeit