Kühlen, Lehm, Kühlgel, Bandagen und Co. - Beinpflege

Von Sabrina

Wie pflege ich die Beine meines Pferdes nach Anstrengung?

Bei intensiver Arbeit, einem Turnier, einem langen Ausritt oder anstrengendem Training leisten die Pferdebeine besonders viel. Sehnen, Bänder, Gelenke und Muskulatur werden stark beansprucht und können nach der Belastung Wärme, Müdigkeit oder leichte Schwellungen zeigen. Eine gezielte Nachpflege unterstützt die Regeneration und hilft, die Beine frisch und belastbar zu halten.

Wichtig ist dabei: Nicht jedes Pferd braucht nach jeder Einheit das volle Pflegeprogramm. Nach leichter Arbeit reicht oft normales Abspritzen und eine kurze Kontrolle. Nach intensiver Belastung, hartem Boden, viel Galopp, Springen oder Transport lohnt sich eine bewusstere Beinpflege.

Beine kontrollieren: Der erste Schritt nach der Arbeit

Bevor gekühlt oder gepflegt wird, sollten die Beine kurz kontrolliert werden. Fahre mit der Hand über Röhrbein, Sehnenbereich, Fessel und Gelenke und achte auf:

  • ungewöhnliche Wärme
  • Schwellungen oder angelaufene Beine
  • Druckempfindlichkeit
  • kleine Verletzungen oder Scheuerstellen
  • Unterschiede zwischen den Beinen

Kleine Veränderungen fallen oft nur auf, wenn man die Beine regelmässig abtastet. So lernst du auch, was bei deinem Pferd normal ist und wann etwas auffällig wirkt.

Kühlen nach der Belastung

Kühlen ist besonders sinnvoll nach intensiver Arbeit, Springtraining, Turnierstarts, langen Ausritten oder bei warmem Wetter. Es hilft, die Beine nach der Belastung herunterzukühlen und kann die Regeneration von Sehnen, Bändern und Gelenken unterstützen.

Kühlen mit dem Wasserschlauch

Die einfachste Methode ist das Abspritzen mit kaltem Wasser. Dabei wird das Wasser gleichmässig über die Beine geführt, idealerweise von unten nach oben. Besonders der Sehnenbereich sollte ausreichend lange gekühlt werden.

Wichtig ist, nicht nur kurz darüber zu spritzen. Damit das Kühlen wirklich wirkt, sollten die Beine mehrere Minuten mit kaltem Wasser behandelt werden. Danach kann das Wasser mit einem Schweissmesser oder der Hand abgestreift werden.

Cryoboots / Spa Boots für intensive Kühlung

Cryoboots, wie zum Beispiel spezielle Spa Boots für die Cryo-Therapie , sind eine sehr intensive Form der Kühlung. Sie werden mit kaltem Wasser, Eis oder Kühlelementen verwendet und sorgen dafür, dass das Bein über eine längere Zeit gleichmässig gekühlt wird.

Der grosse Vorteil liegt in der deutlich stärkeren und gleichmässigeren Kühlung im Vergleich zu einfachen Kühlgamaschen. Gerade nach sehr intensiver Belastung, Turniereinsätzen, Springtraining oder bei Pferden mit empfindlichen Sehnen können Cryoboots eine sinnvolle Unterstützung sein.

Allerdings sind sie auch etwas aufwändiger in der Anwendung. Das Befüllen, Anlegen und die Einwirkzeit brauchen mehr Vorbereitung, und nicht jedes Pferd akzeptiert die Boots sofort. Viele Pferde benötigen deshalb eine kurze Gewöhnungsphase, da das Gefühl am Bein intensiver ist als bei normalen Gamaschen oder beim Abspritzen mit Wasser.

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Kühlgamaschen und Eisgamaschen

Kühlgamaschen oder Eisgamaschen sind einfacher in der Handhabung und deshalb besonders praktisch im Alltag. Sie werden vor der Anwendung gekühlt oder eingefroren und anschliessend direkt um das Pferdebein gelegt.

Sie sind weniger aufwändig als Cryoboots und schnell einsatzbereit. Dafür ist die Kühlung meist weniger intensiv und nicht immer ganz gleichmässig, da die Kälte je nach Modell und Sitz unterschiedlich am Bein verteilt wird.

Wichtig ist zudem, auf die Temperatur zu achten. Direkt aus dem Gefrierfach können sehr kalte Gamaschen unangenehm sein und im schlimmsten Fall die Haut reizen oder Gefrierbrand verursachen. Deshalb sollten sie nie zu lange am Bein bleiben und bei empfindlichen Pferden gegebenenfalls mit einer dünnen Zwischenschicht verwendet werden.

Icing mit Incrediwear

Eine weitere Möglichkeit ist das gezielte Kühlen mit Incrediwear Produkten. Je nach Produkt können die Bandagen oder Wraps mit Wasser aktiviert und anschliessend kühlend eingesetzt werden. Dadurch entsteht eine praktische Kombination aus Kühlung und unterstützender Wirkung auf die Durchblutung.

Das kann besonders interessant sein, wenn man nicht nur klassisch kühlen, sondern die Regeneration zusätzlich unterstützen möchte. Auch hier sollte die Anwendung immer passend zur Situation und gemäss Herstellerangaben erfolgen.

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Nachpflege mit Lehm, Kühlgel & Regenerationsprodukten

Nach dem Kühlen kann je nach Bedarf eine zusätzliche Nachpflege sinnvoll sein. Welche Variante passt, hängt vom Pferd, der Belastung und dem gewünschten Effekt ab.

Kühlgel

Kühlgel wird nach der Arbeit dünn auf die Beine aufgetragen und sorgt für einen angenehm kühlenden Effekt. Es eignet sich gut nach dem Training, bei warmem Wetter oder wenn die Beine nach Belastung etwas Unterstützung brauchen.

Viele Kühlgele enthalten Inhaltsstoffe wie Menthol, Arnika oder Kräuterextrakte. Deshalb sollte immer die Anwendungsempfehlung des Herstellers beachtet werden. Manche Produkte sind für die tägliche Anwendung geeignet, andere eher für intensive Belastung oder gezielte Nachpflege.

Wichtig: Kühlgel sollte nicht auf offene Wunden, Scheuerstellen oder gereizte Haut aufgetragen werden. Auch unter Bandagen sollte man vorsichtig sein, da sich die Wirkung dadurch verstärken kann.

Lehm und Tonerde

Lehm oder Tonerde werden häufig nach intensiver Belastung verwendet. Sie werden grosszügig auf die Beine aufgetragen und trocknen dort langsam an. Viele Reiter nutzen Lehm nach Turnieren, Springtraining oder langen Geländeritten.

Lehm kann angenehm kühlend wirken und wird oft eingesetzt, um die Beine nach grosser Anstrengung zu entspannen. Wichtig zu wissen: Lehm ist vor allem im feuchten Zustand wirksam. Sobald er vollständig getrocknet ist, lässt die kühlende Wirkung deutlich nach.

Je nach Produkt kann es sinnvoll oder sogar notwendig sein, den Lehm einzubandagieren. Das sollte vor allem dann gemacht werden, wenn es auf der Verpackung ausdrücklich empfohlen wird. Persönlich bandagiere ich Lehm gerne mit nassem Zeitungspapier ein. Dadurch bleibt die Packung länger feucht, trocknet nicht so schnell aus und die Wirkung kann verlängert werden.

Wichtig: Lehm sollte nicht auf offene Wunden, Scheuerstellen oder gereizte Haut aufgetragen werden, da dies die Haut zusätzlich reizen oder die Wunde verunreinigen kann.

Nach der Anwendung wird der Lehm einfach ausgebürstet oder mit Wasser abgewaschen.

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Textile Regenerationsprodukte

Wenn kein Kühlgel, Lehm oder anderes Pflegeprodukt aufgetragen wird, können Regenerationsprodukte wie Incrediwear oder Kompressionsbandagen von EquiCrown eine sinnvolle Alternative sein.

Incrediwear Produkte können im trockenen Zustand nach der Belastung angewendet werden und unterstützen die Durchblutung. Auch Kompressionsbandagen von EquiCrown können helfen, die Beine zu unterstützen und angelaufenen Beinen vorzubeugen.

Wichtig ist dabei: Solche Produkte sollten nur auf sauberen, trockenen Beinen und ohne zusätzliche Pflegeprodukte darunter verwendet werden. Werden Gele, Lehm oder Lotionen eng anliegenden Regenerationsprodukten angewendet, kann sich die Wirkung verändern oder verstärken und die Haut gereizt werden.

Herkömmliche Ruhebandagen können ebenfalls etwas unterstützen, besonders wenn ein Pferd nach intensiver Belastung oder längerem Stehen zu angelaufenen Beinen neigt. Wichtig ist dabei, dass sie korrekt angelegt werden, nicht zu fest sitzen und nur auf sauberen, trockenen Beinen verwendet werden.

Fazit

Die richtige Beinpflege nach Anstrengung beginnt immer mit Kontrolle. Danach kann Kühlen mit Wasser, Cryoboots, Kühlgamaschen oder Incrediwear Produkten helfen, die Beine zu beruhigen und die Regeneration zu unterstützen.

Cryoboots sind besonders intensiv und effektiv, brauchen aber etwas mehr Aufwand und oft eine kurze Gewöhnungsphase. Kühlgamaschen sind einfacher und schneller in der Handhabung, kühlen dafür meist weniger gleichmässig. Für die Nachpflege eignen sich je nach Bedarf Kühlgel, Lehm, Tonerde oder spezielle textile Regenerationsprodukte.

Am wichtigsten ist, die Pflege an das Pferd, die Belastung und den Zustand der Beine anzupassen. Nach leichter Arbeit reicht oft wenig, nach intensiver Anstrengung darf es etwas mehr Unterstützung sein. So bleiben die Pferdebeine bestmöglich gepflegt und bereit für die nächste Einheit.