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Gebisslos reiten: Welcher Zaum passt zu meinem Pferd?

Von Sabrina

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Gebisslos reiten: Welcher Zaum passt zu meinem Pferd?

Gebissloses Reiten wird immer beliebter. Manche Pferde reagieren ohne Gebiss entspannter, andere profitieren beispielsweise bei einer empfindlichen Maulpartie davon. Wieder andere Reiter möchten bewusst ausprobieren, wie fein die Kommunikation mit ihrem Pferd ohne Einwirkung im Maul funktionieren kann.

Doch gebisslos ist nicht gleich gebisslos . Je nach Konstruktion wirkt eine gebisslose Zäumung auf unterschiedliche Bereiche des Pferdekopfes und kann sehr unterschiedlich intensiv einwirken. Während manche Systeme lediglich über die Nase oder sogar den Hals kommunizieren, beziehen andere zusätzlich Wangen, Kinn und Genick mit ein.

Genau hier setzt das System von F.R.A. an: Der Hersteller unterteilt seine gebisslosen Zäumungen anhand ihrer Wirkungsweise in fünf Stufen . Die Skala reicht von einer einfachen Einwirkung über den Hals bis hin zu einer kombinierten Einwirkung auf mehrere Bereiche des Pferdekopfes.

Was bedeutet gebissloses Reiten eigentlich?

Bei einer klassischen Trense werden die Zügelhilfen über das Gebiss an das Pferd weitergegeben. Beim gebisslosen Reiten entfällt diese Einwirkung im Maul. Stattdessen werden die Signale je nach Zäumung beispielsweise über Nase, Wangen, Kinn, Genick oder Hals übertragen.

Das bedeutet allerdings nicht automatisch, dass eine gebisslose Zäumung sanfter ist als eine Trense. Entscheidend sind immer die Konstruktion und Passform der Zäumung sowie die Hand des Reiters. Auch ohne Gebiss kann durch starken oder dauerhaften Zügelzug erheblicher Druck entstehen.

Eine feine, möglichst unabhängige Reiterhand bleibt deshalb auch beim gebisslosen Reiten eine wichtige Voraussetzung. F.R.A. betont ebenfalls das Zusammenspiel von Zügelhilfen mit Gewichts, Schenkel und Gefühlshilfen.

Warum gibt es so viele verschiedene gebisslose Zäumungen?

Nicht jedes Pferd reagiert auf dieselbe Art von Druck gleich.

Ein Pferd kann beispielsweise auf eine direkte Einwirkung auf die Nase sehr fein reagieren, während ein anderes deutlicher auf seitliche Signale über Nase und Wangen anspricht. Bei wiederum anderen Pferden kann eine Zäumung sinnvoll sein, welche die Signale auf mehrere Bereiche verteilt.

Deshalb sollte die Entscheidung für eine gebisslose Zäumung nicht allein danach getroffen werden, dass kein Gebiss verwendet wird. Viel wichtiger ist die Frage:

Wo wirkt die Zäumung und wie wird das Zügelsignal auf den Pferdekopf übertragen?

Um genau diese Unterschiede leichter verständlich zu machen, hat F.R.A. seine gebisslosen Zäumungen in fünf Systeme eingeteilt.

Die F.R.A. Gebisslos-Skala: 5 Stufen einfach erklärt

Die Zahlen 1 bis 5 beschreiben bei F.R.A. die Art und Anzahl der Bereiche, auf welche die jeweilige Zäumung einwirkt . Die Skala verläuft von einer einfachen zu einer mehrfachen Einwirkung.

Stufe 1: Einwirkung über den Hals

Einwirkung: Hals

Die erste Stufe ist die reduzierteste Form der gebisslosen Kommunikation. Hier wird nicht über Nase, Kinn oder Genick eingewirkt, sondern über den Hals des Pferdes.

Ein Beispiel dafür ist das Reiten mit Halsring. Die Hilfengebung erfolgt dabei besonders stark über Sitz, Gewicht und Schenkel, während der Halsring ergänzende Signale geben kann.

Diese Variante verlangt eine entsprechend gute Kommunikation zwischen Pferd und Reiter und eignet sich vor allem für Pferd-Reiter-Paare, die bereits fein aufeinander abgestimmt sind. Bei F.R.A. gehört beispielsweise der Halsring Anka zur Skala 1.

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Stufe 2: Direkte Einwirkung auf die Nase

Einwirkung: Nase
Zügelführung: direkt

Bei Stufe 2 werden die Zügelhilfen direkt auf die Nase übertragen. Zieht der Reiter am Zügel, entsteht entsprechend Druck im Bereich des Nasenriemens.

Die Signalgebung ist vergleichsweise direkt und einfach aufgebaut: Das Zügelsignal wird nicht über zusätzliche gekreuzte Riemen auf weitere Bereiche des Kopfes verteilt.

Wichtig ist insbesondere die korrekte Position des Nasenriemens. Gebisslose Zäumungen müssen so angepasst werden, dass die empfindlichen Strukturen des Pferdekopfes berücksichtigt werden.

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Stufe 3: Einwirkung auf Nase und Wangen

Einwirkung: Nase und Wangen
Zügelführung: direkt

Bei Stufe 3 kommt zur Einwirkung auf die Nase eine seitliche Einwirkung über die Wangen hinzu.

Dadurch können seitwärtsweisende Zügelhilfen für das Pferd deutlicher werden. Ein bekanntes Prinzip dieser Kategorie ist das Sidepull.

Bei F.R.A. gehört beispielsweise die gebisslose Zäumung Pardoes zur Skala 3. Sie wird mit direkter Zügelführung geritten und wirkt seitlich auf Nase und Wangen ein.

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Stufe 4: Nase und Wangen mit gekreuzter Zügelführung

Einwirkung: Nase und Wangen
Zügelführung: unter dem Kinn gekreuzt

Bei Stufe 4 verändert sich vor allem die Führung der Zügel beziehungsweise der dazugehörigen Riemen.

Die Riemen verlaufen über Kreuz unterhalb des Pferdekopfes. Bei einer Zügelhilfe wirkt das System dadurch nicht nur direkt auf die Nase, sondern bezieht zusätzlich die seitlichen Bereiche des Kopfes mit ein.

F.R.A. beschreibt bei seinem System 4 eine Einwirkung auf Nase und Wangen mit kinnüberkreuzter Zügelführung . Ein Beispiel dieser Kategorie ist die gebisslose Zäumung Lami .

Durch die gekreuzte Konstruktion unterscheidet sich die Signalübertragung deutlich von den direkt geführten Systemen der Stufen 2 und 3.

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Stufe 5: Kombinierte Einwirkung auf Nase, Wangen und Genick

Einwirkung: Nase, Wangen und Genick
Zügelführung: gekreuzt

Stufe 5 umfasst bei F.R.A. die meisten Einwirkungsbereiche. Das Zügelsignal wird über ein gekreuztes Riemensystem auf Nase, Wangen beziehungsweise Kieferbereich und Genick übertragen.

Bei entsprechenden F.R.A. Modellen verlaufen flexible Riemen vom Nasenbereich über Kreuz unter beziehungsweise seitlich am Unterkiefer entlang Richtung Genick. Bei Zügelaufnahme wird das Signal dadurch auf mehrere Bereiche des Pferdekopfes verteilt.

Das macht Stufe 5 nicht automatisch zu einer „scharfen“ Zäumung. Die höhere Zahl beschreibt bei F.R.A. in erster Linie eine mehrfache beziehungsweise komplexere Einwirkung . Wie intensiv diese tatsächlich beim Pferd ankommt, hängt unter anderem von Passform, Material, Zügelkontakt und Reiterhand ab.

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Von Stufe 1 bis 5: Was bedeutet die Skala?

Vereinfacht lässt sich das F.R.A. System so zusammenfassen:

Dabei gilt: Eine höhere Stufe bedeutet nicht automatisch besser, stärker oder geeigneter. Die Skala hilft vielmehr dabei zu verstehen, wie die jeweilige Zäumung funktioniert und wie viele Bereiche des Pferdekopfes in die Signalgebung einbezogen werden.

Welche Stufe ist die richtige für mein Pferd?

Darauf gibt es keine allgemeingültige Antwort. Die passende gebisslose Zäumung hängt vom Ausbildungsstand des Pferdes, seiner Sensibilität, der bisherigen Zäumung, der Reitweise und natürlich auch vom Ausbildungsstand des Reiters ab.

Ein fein ausgebildetes Pferd kann beispielsweise bereits auf sehr geringe Signale reagieren. Bei einem jungen Pferd wiederum können klar verständliche seitwärtsweisende Hilfen hilfreich sein. Auch individuelle Empfindlichkeiten im Bereich von Maul, Nase oder Genick sollten bei der Auswahl berücksichtigt werden.

Wichtig ist deshalb, eine neue gebisslose Zäumung zunächst in einer sicheren, kontrollierten Umgebung auszuprobieren und dem Pferd Zeit zu geben, die neue Art der Signalgebung kennenzulernen.

Gebisslos bedeutet nicht hilfenlos

Ein Gebiss ist nur ein Teil der Kommunikation zwischen Pferd und Reiter. Sitz, Gewicht, Schenkel und Körpersprache bleiben auch beim gebisslosen Reiten entscheidend.

Gerade darin kann auch der Reiz des gebisslosen Reitens liegen: Die Kommunikation findet nicht mehr über das Pferdemaul statt und der Reiter kann überprüfen, wie fein sein Pferd auf andere Hilfen reagiert.

Mit den fünf Gebisslos-Stufen von F.R.A. lässt sich leichter nachvollziehen, welches Wirkungsprinzip hinter der jeweiligen Zäumung steckt. So kann gezielter eine Variante gewählt werden, die zu Pferd, Reiter und Ausbildungsstand passt.

Entdecke die gebisslosen Zäumungen von F.R.A. bei uns im Shop auf reitsport.ch und finde das passende System für dich und dein Pferd.