Fit für die Weidesaison?

Von Reitsport

Weide

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Die nächste Weidesaison steht vor der Tür – höchste Zeit, den Zaun gründlich zu überprüfen. Ein gut gewarteter Weidezaun trägt wesentlich zur Sicherheit der Tiere bei und hilft, Ausbrüche, Verletzungen sowie unnötigen Mehraufwand während der Saison zu vermeiden. Mit den folgenden Schritten lässt sich der Zustand des Weidezauns einfach überprüfen:

Sichtprüfung : Die Zaunlinie sollte einmal vollständig abgegangen und gezielt auf folgende Punkte überprüft werden:

  • umgefallene oder lockere Pfähle
  • beschädigte Isolatoren
  • durchhängende Seile oder Bänder
  • eingewachsenen Bewuchs (Sträucher, Gras, Äste)
  • alte Reparaturstellen – sie stellen häufig Schwachpunkte dar

Alles, was jetzt bereits instabil ist, wird der Belastung während der Saison meist nicht standhalten.

Stromversorgung überprüfen: Die Wirksamkeit eines Elektrozauns hängt maßgeblich von der anliegenden Spannung ab. Daher sollten folgende Punkte kontrolliert werden:

Weidezaungerät prüfen:

  • Akku oder Batterie laden bzw. austauschen
  • Bei Netzgeräten: Steckdose, Kabel und Blitzschutz überprüfen

Spannung messen:

  • Bei Pferden mindestens 2.500 Volt (bei Wolfsabwehr mindestens 5.000 Volt)
  • Messungen an mehreren Stellen entlang des Zauns durchführen – nicht nur direkt am Gerät

Erdung kontrollieren:

  • Sind die Erdstäbe fest im Boden verankert?
  • Sind die Verbindungen zum Erdstab sauber und rostfrei?

Bewuchs entfernen:

  • Zaunlinie freischneiden, auch an Ecken und Toren
  • Dauerhafter Kontakt mit Bewuchs führt zu Spannungsverlust

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Häufige Kundenfragen

Welche Zaunhöhe für welches Pferd?
Wir empfehlen, die obere Reihe des Leitermaterials etwa 10 % unterhalb der Widerristhöhe des größten Pferdes zu installieren. Dabei sollte jedoch auch berücksichtigt werden, welche Pferde oder Ponys auf der Weide stehen. Bei Springpferden oder Sportponys ist die Widerristregel beispielsweise nur bedingt hilfreich, da diese im Sport deutlich höher springen. Hier empfehlen wir daher, die oberste Leitermateriallinie auf etwa 160 cm Höhe zu setzen. Wer eine Mischbeweidung auf seiner Koppel betreibt, benötigt einen Zaun, der für alle Pferde geeignet ist.

Welches Zaunmaterial eignet sich am besten für Pferde?
Weidezaunbänder bieten eine hohe Sichtbarkeit und werden von Pferden gut wahrgenommen. Weidezaunseile sind hingegen robuster, windstabiler und eignen sich besonders für längere Zaunanlagen. Bewährt hat sich daher die Kombination: oben Band für gute Sichtbarkeit, darunter Seil für zusätzliche Stabilität.
⁠Unsere Empfehlung: Das Premium Horse Wire (Art. Nr. 44873). Durch seine glatte, runde Oberfläche reduziert es das Risiko von Schnitt- und Scheuerverletzungen deutlich und bietet gleichzeitig eine hohe Stabilität.

Wie stark muss das Weidezaungerät sein?
Die empfohlene Mindestspannung für Pferde liegt zwischen 2.000 und 3.000 Volt. Entsprechend sollte das Weidezaungerät eine Ausgangsleistung von mindestens 2 bis 3 Joule haben. Viele Pferdehalter entscheiden sich jedoch bewusst für ein etwas stärkeres Gerät, etwa mit 3 bis 5 Joule, da Bewuchs und eine unzureichende Erdung die Spannung schnell verringern können. Als grobe Faustregel gilt: Mindestens 1 Joule pro Kilometer Zaunlänge.

Warum verliert mein Zaun Spannung?
Viele Menschen vermuten bei Spannungsverlusten im Weidezaun zunächst einen Defekt am Weidezaungerät. In der Praxis liegt die Ursache jedoch häufig an anderer Stelle – bei der Erdung. Sie ist beim Elektrozaun das A und O, denn nur mit einer guten Erdverbindung kann der Stromkreis korrekt geschlossen werden. Berührt ein Tier den Zaun, fließt der Strom über den Körper und den Boden zurück zur Erdung und damit zum Gerät. Ist die Erdung unzureichend, kann dieser Rückfluss nicht richtig stattfinden – die Spannung am Zaun sinkt und der Impuls wird deutlich schwächer.

Neben einer mangelhaften Erdung können auch andere Faktoren zu Spannungsverlusten führen. Häufige Ursachen sind starker Bewuchs am Zaun, wenn Gras oder Äste das Band oder den Draht berühren und Strom ableiten. Auch beschädigte Litzen, schlechte Verbindungen, rostige Klemmen oder defekte Isolatoren können dazu führen, dass Spannung verloren geht. Daher empfiehlt es sich, den Zaun regelmäßig zu kontrollieren und Bewuchs konsequent zurückzuschneiden.

Wie oft sollte ein Weidezaun kontrolliert werden? 
Ein Weidezaun sollte idealerweise täglich kontrolliert werden. So lassen sich Schäden, Spannungsverluste oder Bewuchs am Zaun frühzeitig erkennen und beheben, bevor Tiere ausbrechen oder sich verletzen. Wichtig ist dabei, die Spannung nicht nur direkt am Geräteausgang zu messen, sondern auch an mindestens zwei weiter entfernten Stellen entlang des Zauns. Nur so lässt sich feststellen, ob über die gesamte Zaunlänge ausreichend Spannung vorhanden ist.
Außerdem empfiehlt es sich, ein Kontroll- oder Weidetagebuch zu führen. Darin können durchgeführte Prüfungen, gemessene Spannungen und eventuelle Reparaturen dokumentiert werden. Das ist besonders im Schadensfall oder bei Versicherungsfragen hilfreich, da sich so nachweisen lässt, dass der Zaun regelmäßig überprüft wurde.