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Fellpflege im Herbst und Winter: So bleibt dein Pferd auch ohne Waschen sauber und gesund

Von Lilian
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Wenn die Tage kürzer werden, die Temperaturen sinken und der erste Matsch auf den Weiden liegt, verändert sich auch die Fellpflege unserer Pferde. Während wir im Sommer häufig mit Schweiss, Staub und einem kurzen, glänzenden Fell zu tun haben, stellt uns die kalte Jahreszeit vor ganz andere Herausforderungen.

Das Winterfell wird dichter, Staub bleibt zwischen den längeren Haaren hängen und nach einem Ausritt trocknet das Pferd deutlich langsamer. Gleichzeitig möchten wir unser Pferd sauber halten, ohne es ständig waschen zu müssen oder die natürliche Schutzfunktion des Fells zu beeinträchtigen.

Doch was braucht das Pferdefell im Herbst und Winter wirklich? Macht es einen Unterschied, ob ein Pferd eine Decke trägt? Und wie bekommen wir den hartnäckigen Staub aus dem Winterfell, wenn Wasser keine gute Option ist?

1. Sommerfell und Winterfell: Was verändert sich?

Der offensichtlichste Unterschied zwischen Sommer und Winter ist die Beschaffenheit des Fells. Im Sommer tragen die meisten Pferde ein kürzeres, glattes Fell. Im Herbst beginnt der Fellwechsel, und nach und nach entwickelt sich das dichte Winterfell.

Dabei orientiert sich der natürliche Fellwechsel vor allem an der Tageslänge. Sinkt die Zahl der täglichen Lichtstunden, stellt sich der Organismus auf die kalte Jahreszeit ein. Temperatur, Klima und individuelle Faktoren beeinflussen zusätzlich, wie ausgeprägt das Winterfell wird.

Das Winterfell erfüllt eine wichtige Aufgabe: Zwischen den Haaren wird Luft eingeschlossen, die als isolierende Schicht dient. Bei Kälte können sich die Haare aufstellen und so mehr wärmende Luft festhalten. Die natürlichen Hautfette helfen ausserdem, das Fell wasserabweisend zu halten.

Im Sommer sieht die Fellpflege deshalb oft anders aus als im Winter:

- Im Sommer: Schweiss, Sonnencreme bei empfindlichen oder pigmentierten Hautstellen nach tierärztlicher Empfehlung, Staub und gegebenenfalls Insektenabwehr stehen im Vordergrund. Bei starker Verschmutzung oder Schweiss kann eine Wäsche sinnvoll sein.

- Im Herbst: Der Fellwechsel bringt lose Haare, Schuppen und vermehrt Staub mit sich. Eine regelmässige, aber hautschonende Pflege hilft, lose Haare zu entfernen und die Haut im Blick zu behalten.

- Im Winter: Das lange Fell speichert Wärme und bietet Schutz. Häufiges Waschen ist meist unnötig. Wichtiger sind das Entfernen von Schmutz, die Kontrolle der Haut und das sorgfältige Trocknen nach der Arbeit.

Gerade im Winter gilt: Sauber bedeutet nicht, dass jedes einzelne Haar glänzen muss. Ein gesundes, natürliches Fell darf durchaus etwas zerzaust aussehen.

2. Brauchen unterschiedliche Pferderassen eine unterschiedliche Fellpflege?

Ja, zumindest in gewissem Umfang. Dabei spielen nicht nur die Rasse, sondern auch Haltung, Alter, Gesundheitszustand, Fütterung und individuelle Fellbeschaffenheit eine Rolle.

Robuste Rassen wie Islandpferde, Fjordpferde und viele Haflinger entwickeln häufig ein dichtes Winterfell. Auch zahlreiche Ponys und andere Pferde, die ganzjährig draussen leben, bilden eine ausgeprägte Unterwolle.

Bei diesen Pferden ist es besonders wichtig, das Fell nicht unnötig stark ausbürsten oder seine natürliche Schutzfunktion durch übermässiges Waschen zu beeinträchtigen. Oberflächlicher Schmutz lässt sich oft gut mit einer geeigneten Bürste entfernen.

Warmblüter, Vollblüter und andere Pferde mit feinerem oder weniger dichtem Fell können im Winter einen anderen Pflegebedarf haben. Das gilt besonders für Pferde, die geschoren sind, viel gearbeitet werden oder nur wenig Zeit draussen verbringen.

Auch bei Rassen mit dichtem Fell ist allerdings nicht jedes Pferd gleich: Ein geschorenes Islandpferd hat andere Bedürfnisse als ein ungeschorenes Pferd derselben Rasse.

Entscheidend ist deshalb nicht allein die Rasse, sondern das einzelne Pferd und seine Lebenssituation.

3. Staub aus dem Winterfell entfernen – ganz ohne Waschen

Das ist für viele Pferdebesitzer eine der grössten Herausforderungen im Winter. Besonders bei dichtem Fell scheint sich Staub regelrecht festzusetzen. Gleichzeitig ist es bei niedrigen Temperaturen keine gute Idee, das Pferd bei jeder Gelegenheit nass zu machen.

Zum Glück gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Fell auch trocken und sauber zu halten.

Die richtige Bürste verwenden

Eine weiche bis mittlere Bürste eignet sich gut, um oberflächlichen Staub und losen Schmutz zu entfernen. Bei dichtem Winterfell kann eine geeignete Gummistriegelbürste helfen, Schmutz und lose Haare zu lösen.

Dabei sollte man die Bürste an die jeweilige Körperregion und die Empfindlichkeit des Pferdes anpassen. An empfindlichen Stellen wie Kopf, Bauch und Beinen ist weniger Druck gefragt wie zum Beispiel;  Magic Brush Bürstenset Classic

Wichtig : Nicht mit möglichst viel Kraft schrubben. Das kann die Haut reizen und ist gerade bei Pferden mit empfindlicher Haut kontraproduktiv.

Ein leicht feuchtes Tuch verwenden

Wenn das Fell nach dem Bürsten noch staubig aussieht, kann ein leicht angefeuchtetes Tuch oder ein Mikrofaserhandschuh wie der  Soulhorse Comic Style Mikrofaserhandschuh helfen

Dazu eignet sich ein weiches Mikrofasertuch, das nur wenig feucht ist. Damit streicht man vorsichtig über das Fell und nimmt den verbliebenen Staub auf.

Diese Methode ist besonders praktisch am Kopf, an der Schulter oder an anderen Stellen, an denen sich Staub gerne sammelt.

Bei kaltem Wetter sollte das Fell anschliessend nicht durchnässt sein. Am besten eignet sich diese Methode in einer zugfreien Umgebung.

Mit einem Grooming-Handschuh arbeiten

Ein Grooming-Handschuh  kann eine gute Ergänzung zur normalen Bürste sein. Er nimmt oberflächlichen Staub auf und eignet sich bei vielen Pferden auch für die tägliche Pflege.

Manche Pferde geniessen die sanften Bewegungen sogar als zusätzliche Massage. Trotzdem sollte man beobachten, wie das eigene Pferd reagiert, und bei empfindlicher oder gereizter Haut besonders vorsichtig sein.

Staub nicht nur entfernen, sondern auch vermeiden

Ein Teil der Fellpflege beginnt bereits im Stall oder Offenstall.

Trockener Staub kann beispielsweise durch staubiges Heu, Einstreu oder schlechte Stallluft entstehen. Gerade Pferde mit Atemwegsproblemen sollten möglichst wenig Staub ausgesetzt sein. Wir empfehlen Dir deshalb auch immer die Nüstern gut zu reinigen mit einem Schwämmchen, dass Du nur für den Teil deines Pferdes benützt:  Rilewa Putz- und Nüsternschwamm 3er-Set

Hilfreich sind eine gute Stallbelüftung, möglichst staubarme Einstreu und eine geeignete Heuqualität. Bei staubempfindlichen Pferden lohnt es sich, auch das gesamte Haltungsumfeld zu überprüfen.

Ein wichtiger Punkt: Beim Putzen entsteht selbst Staub. Deshalb sollte man möglichst nicht direkt neben anderen Pferden oder in schlecht belüfteten Räumen kräftig ausbürsten.

4. Warum häufiges Waschen im Winter keine gute Idee ist

Im Sommer kann eine Dusche nach einem schweisstreibenden Training angenehm und sinnvoll sein. Im Winter sieht das anders aus.

Ein dichtes Winterfell trocknet deutlich langsamer als ein kurzes Sommerfell. Bleibt es über längere Zeit nass, kann das Pferd auskühlen. Ausserdem können häufiges Waschen und aggressive Reinigungsmittel die natürliche Fettschicht des Fells beeinträchtigen.

Diese Fettschicht unterstützt die Wasserabweisung und gehört zur natürlichen Schutzfunktion der Haut.

Das bedeutet nicht, dass ein Pferd im Winter grundsätzlich nie gewaschen werden darf. Bei starker Verschmutzung, bestimmten Hautproblemen oder nach Kontakt mit reizenden Substanzen kann eine gezielte Reinigung notwendig sein. In solchen Fällen sollte die Methode an die Situation angepasst und bei Hautproblemen tierärztlicher Rat eingeholt werden.

Für die normale Fellpflege reicht trockenes Putzen in der Regel aus.

Mein Tipp: Wenn du dein Pferd nach der Arbeit reinigen möchtest, entferne zunächst den Schweiss und Schmutz mit geeigneten Bürsten oder einem Tuch. Bei starkem Schwitzen muss das Pferd anschliessend ausreichend Zeit zum Abkühlen und Trocknen bekommen.

5. Pferdedecke oder Naturfell – was ist besser für die Fellpflege?

Kaum ein Thema wird unter Pferdebesitzern so unterschiedlich beurteilt wie das Eindecken im Winter.

Grundsätzlich können gesunde Pferde mit ausreichender Fütterung, einem passenden Winterfell und Schutz vor ungünstiger Witterung häufig ohne Decke auskommen. Andere Pferde profitieren dagegen von einer Decke, etwa wenn sie geschoren sind, Schwierigkeiten haben, ihr Körpergewicht zu halten oder altersbedingt empfindlicher auf Kälte reagieren.

Die Entscheidung sollte immer individuell getroffen werden.

Pferd ohne Decke

Ein ungeschorenes Pferd kann sein Winterfell auf natürliche Weise nutzen. Die Haare stellen sich bei Kälte auf und bilden eine isolierende Luftschicht. Das Fell kann sich ausserdem an wechselnde Wetterbedingungen anpassen.

Vorteile:

- Die natürliche Isolation Funktion des Fells bleibt erhalten.

- Das Pferd kann sein Fell aufstellen, um mehr Wärme zu speichern.

- Es entstehen keine Scheuerstellen durch eine Decke.

- Die Haut ist nicht dauerhaft unter einer zusätzlichen Stoffschicht bedeckt.

Mögliche Nachteile:

- Bei langem Winterfell kann sich mehr Staub und Schmutz festsetzen.

- Pferde mit wenig Unterwolle, nach einer Schur oder mit gesundheitlichen Problemen können zusätzlichen Schutz benötigen.

- Bei starkem Wind, Regen und fehlendem Unterstand kann die Wärmeisolierung beeinträchtigt werden.

Ein ungepflegtes, dichtes Winterfell ist dabei nicht automatisch ein Problem. Entscheidend ist, dass Haut und Fell gesund sind und das Pferd weder friert noch überhitzt.

Pferd mit Decke

Eine passende Pferdedecke kann vor Wind und Niederschlag schützen und bei bestimmten Pferden helfen, Wärmeverluste zu reduzieren.

Gleichzeitig verändert sie die Bedingungen direkt am Körper. Das Fell wird unter der Decke flachgedrückt, wodurch seine natürliche isolierende Luftschicht teilweise verloren geht. Die Decke muss diesen Effekt durch ihre eigene Isolation ausgleichen.

Vorteile:

- Sie kann geschorene Pferde vor Kälte schützen.

- Sie kann bei älteren, dünnen oder gesundheitlich beeinträchtigten Pferden sinnvoll sein.

- Eine geeignete wasserdichte Outdoordecke schützt vor Regen und Wind.

- Bei Pferden im regelmässigen Training kann eine passende Eindeckung helfen, das Winterfell kürzer zu halten und die Pflege nach dem Training zu erleichtern.

Mögliche Nachteile:

- Bei zu warmer Eindeckung kann das Pferd schwitzen.

- Feuchtigkeit und Wärme unter der Decke können Hautreizungen begünstigen.

- Unpassende Decken können Scheuerstellen verursachen.

- Der Körperzustand und die Haut lassen sich nur kontrollieren, wenn die Decke regelmässig abgenommen wird.

- Eine Decke ersetzt keinen geeigneten Unterstand und keine bedarfsgerechte Fütterung.

Verändert eine Decke das Winterfell?

Eine Decke kann das Fellwachstum und vor allem die Felllänge beeinflussen. Unter einer regelmässig getragenen Decke kann das Fell teilweise kürzer bleiben, weil die Körperoberfläche wärmer gehalten wird. Der natürliche Fellwechsel wird jedoch nicht einfach ausgeschaltet, denn die Tageslänge bleibt ein wichtiger Auslöser.

Ein Pferd mit Decke braucht deshalb weiterhin regelmässige Fellpflege. Auch unter dem Stoff können sich Schmutz, lose Haare und Feuchtigkeit ansammeln.

Besonders wichtig ist, die Decke regelmässig abzunehmen und das Fell, die Haut sowie mögliche Scheuerstellen zu kontrollieren.

Mein Fazit: Weder eine Decke noch ein natürliches Winterfell ist grundsätzlich besser. Entscheidend ist, was das einzelne Pferd unter seinen jeweiligen Haltungs- und Wetterbedingungen benötigt.

6. So pflegst du ein eingedecktes Pferd richtig

Gerade weil die Decke einen grossen Teil des Körpers bedeckt, wird die Fellkontrolle manchmal vernachlässigt. Dabei ist sie bei eingedeckten Pferden besonders wichtig.

  1. Eine sinnvolle Routine umfasst:
  2. Die Decke regelmässig vollständig abnehmen.
  3. Das Fell auf Staub, Schmutz, Feuchtigkeit und lose Haare prüfen.
  4. Haut und Haaransatz auf Rötungen, Schuppen, kahle Stellen oder Scheuerstellen kontrollieren.
  5. Besonders an Widerrist, Schulter und Brust auf Druckstellen achten.
  6. Prüfen, ob das Pferd unter der Decke trocken und angenehm temperiert ist.
  7. Die Passform und den Zustand der Decke kontrollieren.

Ist das Pferd unter der Decke feucht oder verschwitzt, sollte die Ursache überprüft werden. Möglicherweise ist die Decke zu warm, nicht ausreichend atmungsaktiv oder für die aktuellen Wetterbedingungen ungeeignet.

Bei Juckreiz, kreisrundem Haarausfall, Krusten oder anhaltenden Hautveränderungen sollte man nicht einfach stärker bürsten, sondern die Ursache abklären lassen.

7. Die tägliche Winterroutine: Weniger ist oft mehr

Auch im Winter gehört das Putzen zur täglichen Pferdepflege. Es geht aber nicht darum, jedes Staubkorn zu entfernen.

Eine kurze, regelmässige Routine ist oft sinnvoller als eine lange und intensive Putz Session.

Meine einfache Winterroutine:

- Zuerst groben Schmutz und angetrockneten Schlamm vorsichtig entfernen.

- Anschliessend mit einer geeigneten Bürste den oberflächlichen Staub lösen.

- Empfindliche Stellen mit einem weichen Tuch reinigen.

- Augen, Nüstern, Schweifansatz und Hautfalten bei Bedarf besonders vorsichtig säubern.

- Beim Putzen auf Veränderungen der Haut, kahle Stellen und Druckempfindlichkeit achten.

- Nach der Arbeit Schweiss entfernen und das Pferd ausreichend abtrocknen lassen.

Besonders bei Pferden mit dichtem Fell ist es wichtig, nicht unnötig viel Druck auszuüben. Auch wenn das Winterfell manchmal struppig aussieht, erfüllt es eine wichtige Funktion.

Fazit: Gesundes Winterfell braucht keine tägliche Wellnessbehandlung

Die Fellpflege im Herbst und Winter unterscheidet sich deutlich von der Pflege im Sommer. Während im Sommer häufig Schweiss, kurze Haare und das Abspülen von Schmutz im Mittelpunkt stehen, sind im Winter die natürliche Schutzfunktion des Fells, die Hautgesundheit und ein gutes Feuchtigkeitsmanagement besonders wichtig.

Mit einer passenden Bürste, einem leicht feuchten Tuch und etwas Geduld lässt sich Staub auch ohne Waschen entfernen. Ob ein Pferd eingedeckt wird, hängt von vielen Faktoren ab – darunter Fellbeschaffenheit, Schur, Alter, Gesundheitszustand, Haltung und Wetter.

Am wichtigsten ist, das eigene Pferd genau zu beobachten. Ein gesundes Pferd braucht nicht unbedingt ein perfekt glänzendes Fell. Es braucht eine Pflege, die zu seinen individuellen Bedürfnissen passt.

Denn gerade im Winter gilt: Weniger ist manchmal mehr – solange wir aufmerksam hinschauen und wissen, worauf es ankommt.

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