Der REV-Sattel von Stübben: Warum dieses Konzept Pferde und Reiter begeistert

Von Reitsport

Der REV-Sattel von Stübben

Wer sich mit Sätteln beschäftigt, merkt schnell: Vieles hat sich in den letzten Jahrzehnten kaum verändert. Während andere Sportarten durch technische Innovationen regelrechte Revolutionen erlebt haben, blieb der klassische Sattelbau lange erstaunlich konstant. Genau hier setzt der REV-Sattel von Stübben an.

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Ein Sattel, neu gedacht

Die Idee hinter dem REV entstand nicht in einer Sattlerei, sondern als Diplomarbeit des Industriedesigners Martin Ryan. Seine zentrale Frage: Wie kann die Verbindung zwischen Pferd und Reiter ins moderne Zeitalter übertragen werden?

Das Ergebnis ist ein patentiertes und mehrfach ausgezeichnetes Sattelkonzept, das sich deutlich von klassischen Holz- oder Kunststoffbäumen unterscheidet. Statt punktueller Belastung setzt der REV auf eine möglichst grossflächige Druckverteilung und eine neue Art der Verbindung zwischen Pferd und Reiter.

Was macht den REV so besonders?

Auf den ersten Blick sieht der REV wie ein normaler Sattel aus. Der grosse Unterschied steckt jedoch im Inneren.

Während klassische Sättel über ein Kopfeisen und eine eher begrenzte Auflagefläche verfügen, wurde der REV-Baum so konstruiert, dass er möglichst vollflächig auf dem Pferderücken aufliegt. Dadurch wird das Reitergewicht gleichmässiger verteilt und Druckspitzen können reduziert werden.

Für viele Pferde bedeutet das mehr Bewegungsfreiheit, insbesondere im Schulterbereich und entlang der Rückenmuskulatur.

Unabhängig getestet

Viele Hersteller versprechen eine optimale Druckverteilung. Beim REV wurde dieses Versprechen auch unabhängig überprüft.

Unter anderem testete das Cavallo-Magazin den Sattel mit verschiedenen Pferden, begleitet von einer erfahrenen Ausbilderin, einer Physiotherapeutin sowie einer Satteldruckmessung. Das Fazit fiel positiv aus: Die Pferde bewegten sich freier, die Druckverteilung zeigte gleichmässigere Werte und auch die Reiter berichteten von einem angenehmen Sitzgefühl.

Interessant ist zudem das Feedback vieler Langzeitnutzer. Sowohl im Freizeit- als auch im Sportbereich berichten zahlreiche Reiter von positiven Veränderungen der Rückenmuskulatur ihrer Pferde.

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Ein Sattel für viele Disziplinen

Der REV wurde als echter Allrounder entwickelt. Durch ein cleveres Druckknopf-System lassen sich die Sattelblätter in wenigen Sekunden austauschen.

So kann derselbe Basissattel beispielsweise als:

  • Dressursattel
  • Springsattel
  • Trekkingsattel

genutzt werden.

Wer mehrere Disziplinen reitet, spart damit nicht nur Geld, sondern auch Platz in der Sattelkammer.

Das etwas andere Sitzgefühl

Wer zum ersten Mal im REV sitzt, bemerkt meist sofort den Unterschied.

Der Sattel bietet eine federnde Verbindung zwischen Pferd und Reiter. Das fühlt sich anfangs ungewohnt an, weil die Bewegungen des Pferdes direkter wahrgenommen werden. Viele Reiter benötigen zwei bis vier Ritte, um sich daran zu gewöhnen.

Danach berichten zahlreiche Nutzer, dass sie die Bewegung des Pferdes feiner spüren und ihre Hilfen präziser einsetzen können. Gleichzeitig scheint das entspanntere Laufverhalten vieler Pferde die Kommunikation zusätzlich zu verbessern.

Passt der REV wirklich so vielen Pferden?

Ein häufiger Grund für Probleme mit klassischen Sätteln ist ein unpassendes Kopfeisen. Ist es zu eng oder zu weit, kann es die Bewegungsfreiheit des Pferdes einschränken und im schlimmsten Fall sogar Schäden verursachen.

Da der REV auf ein anderes Baumkonzept setzt und eine grossflächige Auflage bietet, passt er laut Hersteller vielen Pferden bereits auf Anhieb erstaunlich gut. Besonders Pferde, die empfindlich auf Druck im Schulterbereich reagieren, profitieren häufig von diesem Aufbau.

Robust für viele Jahre

Innovativ bedeutet beim REV nicht empfindlich.

Der Sattelbaum besteht aus einer Glasfaser-Thermoplastik-Verbindung, die über zahlreiche Belastungszyklen getestet wurde. Selbst Modelle, die seit über zehn Jahren im Einsatz sind, zeigen laut Hersteller eine hohe Zuverlässigkeit.

Gefertigt wird der Sattel bei Stübben in Deutschland. Dabei kommt dasselbe hochwertige Leder zum Einsatz, das Reiter bereits von anderen Stübben-Sätteln kennen.

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Tipps für den ersten Proberitt

Wer einen REV testet, sollte sich nicht zu schnell ein Urteil bilden. Das ungewohnte Sitzgefühl lenkt viele Reiter anfangs stark auf sich selbst. Die Empfehlung lautet deshalb: In den ersten Minuten bewusst auf das Pferd achten.

Bewegt es sich lockerer? Schwingt der Rücken freier? Tritt es entspannter an die Hilfen heran? Oft zeigt sich erst nach einer halben Stunde oder nach mehreren Ritten, wie angenehm das neue Bewegungsgefühl tatsächlich ist.

Fazit und ein Statement von Hans Zaugg

Der REV-Sattel ist kein klassischer Sattel mit kleinen Verbesserungen, sondern ein komplett neuer Denkansatz. Seine grossflächige Druckverteilung, die modulare Bauweise und das besondere Sitzgefühl machen ihn zu einer spannenden Alternative für Reiter, die offen für neue Wege sind.

Wer seinem Pferd mehr Bewegungsfreiheit ermöglichen möchte und bereit ist, sich auf ein neues Reitgefühl einzulassen, sollte den REV definitiv einmal ausprobieren.

Hans Zaugg, gelernter Sattler sagt folgendes zum REV-Sattel:

Der REV-Sattel eignet sich besonders gut für Reitschulen, da er sowohl dem Reiter als auch dem Pferd ein hohes Mass an Komfort bietet. Auch für lange Ausritte ist er eine sehr angenehme Wahl. Durch seine Konstruktion lässt sich zudem problemlos eine Satteltasche montieren, weshalb er ursprünglich auch für Distanzritte mitentwickelt wurde.

Ein weiterer grosser Vorteil zeigt sich bei Reitern mit gesundheitlichen Beschwerden, beispielsweise im Rücken- oder Hüftbereich. Der REV-Sattel wirkt besonders gelenkschonend und sorgt dafür, dass sowohl Reiter als auch Pferd entlastet werden.

Im Vergleich zu einem herkömmlichen Sattel sitzt der Reiter allerdings etwas weniger nah am Pferd. Das kann je nach Reitdisziplin ein kleiner Nachteil sein, wenn ein besonders enger Kontakt zum Pferd gefragt ist. Für Freizeitreiter, Wanderreiter oder den Einsatz in Reitschulen überwiegen jedoch die Vorteile deutlich.